Am 8. März findet der Bürgerentscheid in Offenburg zur Errichtung eines Gewerbegebiets auf dem Flugplatz-Areal statt – parallel zur Landtagswahl. Somit dürfte zumindest die Wahlbeteiligung einigermaßen zufriedenstellend ausfallen. In den vergangenen Wochen haben sich Befürworter und Gegner des Projekts in Stellung gebracht, um die zwei Monate Zeit, die bis zur Entscheidung bleiben, möglichst effektiv zu nutzen.
Verschiedene Websites
Die verschiedenen Positionen zu der Frage spiegeln sich in den Webpräsenzen der Gegenspieler wieder. Zunächst gab die Stadt Offenburg den Launch der Website https://2026.buergerentscheid-offenburg.de/ bekannt. Die Konferenz für Urban Transformation Design (KfUTD) von Baumretter Ralph Fröhlich startete unterdessen eine Seite mit dem Titel „Bürgerentscheid Offenburg – eine zweite Perspektive“ unter https://kfutd.de/aspekte/buergerentscheid-offenburg-eine-zweite-perspektive/. Die Präsenzen der Bürgerinitiative Pro Flugplatz Offenburg unter https://www.proflog.de/wordpress/ sowie der Fliegergruppe Offenburg e.V. unter https://rettetdenflugplatz.de/ bieten ebenfalls Informationen zum Thema.
Stellungnahme der BI
Von der BI Pro Flugplatz Offenburg erreichte uns nun eine Stellungnahme unter dem Titel „Der Flugplatz, ein starkes Stück Offenburgs“. Darin wirft der Autor Stephan Dittrich die Frage auf, warum Städtereisen so beliebt seien. Seine Antwort: „Wohl nicht um die Gewerbegebiete oder die tristen Vororte in Augenschein zu nehmen, sondern man sucht Gebäude, Orte auf, die eine Geschichte zu erzählen haben.“
Besonderer Identifikationsgrad
Mancher Offenburger würde seine Stadt lebenswert finden, weil es für ihn Orte, Plätze gebe, die für ihn einen besonderen Identifikationsgrad darstellen würden. „Sei es die besondere Urbanität der Oststadt, sei es ein Verein, sei es die Stammkneipe, das OFV-Stadion und, und, und… Es sind alles Orte, zu denen man eine emotionale Beziehung entwickelt hat. Genau dazu zählt auch das Flugplatzareal, das einem Gewerbegebiet weichen soll.“
„Großer Freizeitwert“
Das Flugplatz-Areal, heißt es weiter, sei gekennzeichnet durch einen großen Freizeitwert (Ausflugsziel), durch erlebbare Technik durch den Flugbetrieb sowie durch Pilotenausbildung und Fliegerfeste-Rundflüge. Dittrich hebt die Reservefläche für Open-Air-Veranstaltungen wie das Kamehamea Festival hervor, die es so nicht wieder in Offenburg gebe.
„Geld, Geld, Geld“
Die Motive für die Errichtung des Gewerbegebiets sieht er im Geld: „In Kern folgt die Schaffung des Gewerbegebietes der Maxime Geld, Geld, Geld und noch mehr Geld. Das Argument der Schaffung von Arbeitsplätzen ist angesichts der demographischen Entwicklung hinfällig. Deshalb wehren sich viele Bürger gegen dieses Projekt.“
Alternativen zum Gewerbegebiet
Der Flächenfraß auf der Offenburger Gemarkung schreite trotz Landesverordnungen weiterhin ungehindert fort, so der Autor, und weist auf die Nutzung stillgelegter Gewerbeobjekte hin, als Alternative zum neuen Gewerbegebiet. Als Beispiel nennt er den Ruef Großmarkt neben „Roller“ sowie Flächen im Industriegebiet West.
„Liebgewonnenes Areal“
„Der Widerstand gegen die Umwandlung des Flugplatzareals begründet sich insbesondere, weil dem Bürger ein liebgewonnener Platz, ein liebgewonnenes Areal, das einen hohen Freizeitwert bietet, das eine Geschichte zu erzählen hat, genommen wird und dafür ein beliebiges, gesichtsloses Gewerbegebiet installiert wird, das trotz Öko-Kosmetik niemanden in der Freizeit locken wird. Selbst der sprachliche Trick „Gewerbe-Park“ ist längst entlarvt!“, schließt er seine Stellungnahme. Wer Zweifel hege, könne ja den Praxistest machen, so Dittrich: „Ausflugsziel am Sonntag Mittag Industriegebiet West- viel Spaß!“
Siehe auch hier:
Ist die offizielle Website der Stadt Offenburg über den Bürgerentscheid zum Flugplatz rechtskonform?