Der 42-Jährige, in Setúbal geboren, ist auf den ersten Blick gar nicht als Clown zu erkennen. Er trägt keine rote Nase und hat auch keine übergroßen Schuhe an. Er kommt auch elegant daher und außerdem wirkt er eher zurückhaltend und nicht wie ein Spaßvogel. Der Weg zum Traumberuf war allerdings nicht einfach. Dias wurde zwar in eine Zirkusfamilie geboren, doch deren Spezialgebiet war die Akrobatik. Als Dias seinem Vater von seinem Wunsch erzählte, Clown zu werden, war der nicht wirklich begeistert. „Er hat das einfach nicht in mir sehen können. Er meinte immer zu mir, es gehöre mehr dazu ein guter Clown zu sein, als sich nur das Gesicht anzumalen.“
Warten bis zur Volljährigkeit
Dias ließ sich trotzdem nicht von seinem Traum abbringen und wartete auf seinen 18. Geburtstag. Er war volljährig und hatte so das Recht für sich selbst zu entscheiden. Endlich konnte er das machen, was er schon immer wollte. Sein Vater blieb weiterhin skeptisch, bis zum Jahr 2010. Da gewann Dias nämlich einen Preis bei einem Festival in Frankreich. Das war das erste Mal, dass ihn sein Vater mit anderen Augen sah. Seither ist er sein größter Fan. Das Lachen des Publikums ist der größte Lohn des Clowns. „Jeder Mensch hat einen anderen Sinn für Humor. Es ist nicht immer leicht, jeden Einzelnen im Publikum zu erreichen.“

Fotos: Martin Ullrich
„Großes Gemeinschaftsgefühl“
Gerade die Abwechslung gefällt dem Portugiesen an seinem Beruf:. „Wir Zirkusleute werden oft gefragt, ob das nicht anstrengend ist, ob man nicht irgendwann die Familie vermisst. Aber der Zirkus ist unsere Familie. Ich schätze vor allem das große Gemeinschaftsgefühl und die Hilfsbereitschaft untereinander.“ Dias kann sich nicht vorstellen, sesshaft zu werden und die Clowns-Schuhe an den Nagel zu hängen. Für ihn ist nur seine Familie wichtiger als das Leben im Ring. Er und seine Partnerin haben zwei Töchter. Sie sind sein ganzer Stolz, und er war sich schon vor vielen Jahren sicher, dass auch sie in wenigen Jahren auf der Bühne stehen würden.
In vierter Generation
Cesar Dias ist Zirkus Comedy-Artist in vierter Generation. Früher hat er die Menschen als Clown unterhalten, aber schon sehr früh sein Gesangstalent entdeckt. Die Leidenschaft fürs Singen hat er schließlich mit seiner Comedy-Kunst verbunden – und das mit Erfolg. Für seine Auftritte wird er weltweit gebucht und hat schon zahlreiche Preise und Auszeichnungen gewonnen.
Interview mit Cesar Dias
Ortenau Journal: Erinnerst du dich noch an deinen ersten Auftritt überhaupt und speziell im Europa-Park?
Cesar Dias: Ich erinnere mich noch genau an meinen allerersten Auftritt. Ich war sehr jung und hatte wenig Erfahrung mit Comedy – einer wunderschönen, aber auch sehr schwierigen Kunstform. Viele Menschen unterschätzen, wie anspruchsvoll Comedy sein kann. Ich habe in Portugal angefangen und war, wie ich weiß, wahnsinnig nervös. Im Jahr 2009 arbeitete ich zum ersten Mal im Europa-Park, und seitdem verbindet mich eine ganz besondere Beziehung mit dem Park.
Ortenau Journal: Was machst du nach dem Auftritt zum Runterkommen?
Cesar Dias: Nach jeder Vorstellung müssen wir alles wieder für die nächste Show vorbereiten. Ich versuche abzuschalten und mich mental etwas zu entspannen.
Ortenau Journal: Hast du ein Ritual vor dem Auftritt?
Cesar Dias: Mein Ritual besteht darin, bei der Vorbereitung jedes Auftritts immer dieselbe Bewegungsabfolge zu wiederholen, damit ich nichts vergesse. Wenn ich die Routine ändere, ist die Gefahr groß, dass ich etwas vergesse, he he he.
Ortenau Journal: Was beinhaltet dein Auftritt?

Foto: Martin Ullrich
Cesar Dias: Mein Programm war bewusst so gestaltet, dass es mit der traditionellen Comedy – dem Clown mit der roten Nase und der Perücke – bricht. Ich wollte etwas Eleganteres, mit einem Hauch von Charme, um das Image ein wenig aufzufrischen, denn Comedy entwickelt sich ständig weiter.
Ortenau Journal: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit du den Job gerne machst?
Cesar Dias: Wir Komiker lieben unsere Arbeit wirklich – sonst wäre es unmöglich, Komiker zu sein. Ein Komiker, der keinen Spaß an seiner Arbeit hat, wird es sehr schwer haben, in diesem Beruf zu bleiben.
Ortenau Journal: Gibt es einen Höhepunkt in der bisherigen Karriere?
Cesar Dias: Der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere war der Gewinn der Bronzemedaille beim wichtigsten Zirkusfestival der Welt – dem Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo.
Ortenau Journal: Gibt es eine lustige Anekdote von einem der Auftritte?
Cesar Dias: Es gibt viele lustige Anekdoten, denn jeder, der live auftritt, weiß, dass jede Show anders ist. Die jüngste ereignete sich hier im Europa-Park. Mein Mikrofon fiel mitten in der Show aus, bei der die Fürstin von Monaco anwesend war!
Ortenau Journal: Sprichst du etwas deutsch?
Cesar Dias: Nein, ich spreche kein deutsch.
Ortenau Journal: Was gefällt dir an Deutschland?

Fotos: Martin Ullrich
Cesar Dias: Das Publikum! Für Comedy sind sie wunderbar – ich finde, sie sind die besten.
Ortenau Journal: Gehst du während der Zirkus-Saison auch privat in den Europa-Park?
Cesar Dias: Ich besuche den Park, wann immer ich kann. Der Europa-Park ist fantastisch, er ist einzigartig.
Ortenau Journal: Gibt es dort eine Lieblingsshow oder Lieblingsattraktion?
Cesar Dias: Früher waren meine Lieblingsattraktionen Blue Fire, jetzt auch Voltron.
Ortenau Journal: Wann und wo treten deine beiden Töchter auf?
Cesar Dias: Meine Töchter arbeiten noch nicht – sie beenden gerade ihr Studium.
Ortenau Journal: Wer sind deine Vorbilder?
Cesar Dias: Mein größtes Idol ist Jorge Carl. Ich mag auch Jim Carrey und Mr. Bean sehr.
Ortenau Journal: Gibt es bereits Zukunftspläne?
Cesar Dias: Ich habe gute Neuigkeiten für die Zukunft, aber … es ist trotzdem eine Überraschung!
Siehe auch hier:
Ex-Profi Martin Spanring (SC Freiburg) über Fußball, Verletzungen und seinen Neustart im Europa-Park
Mustache Brothers: Brasilianische Akrobatik trifft Comedy und begeistert das Publikum im Europa-Park