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Eine Weltreise (1): Ein Jahr Auszeit, tausende Kilometer – So radelte und reiste Christian Huber um die Welt

Christian Huber
© Christian Huber – Der gebürtige Oberkircher erlebte bei seiner Tour das Gefühl von Freiheit.
Was passiert, wenn man den Alltag für ein Jahr hinter sich lässt und einfach losfährt? Christian Huber aus der Ortenau hat genau das getan: Mit dem Fahrrad startete er vor seiner Haustür Richtung Athen, später ging es mit dem Rucksack quer durch Asien und Ozeanien. Zwischen Bikepacking, spontanen Entscheidungen und akribischer Vorbereitung erzählt seine Geschichte von Freiheit, Ausdauer und dem Mut, Prioritäten neu zu setzen – und davon, wie weit einen ein klarer Traum tragen kann.
Von Christian Huber (Text und Fotos)

Als gebürtiger Ortenauer erfüllte ich mir in einer einjährigen beruflichen Auszeit einen langgehegten Wunsch: Eine lange Reise mit einem großen Anteil Fahrradfahren. Im August 2024 brach ich von meiner Haustür in Frankfurt aus mit dem Fahrrad Richtung Athen auf. Nach genau einem Jahr kam ich am Frankfurter Flughafen aus Jakarta/Indonesien zurück.

Mit dem Rad nach Athen

Dazwischen lag ein spannendes Reise-Jahr, das mich zunächst mit dem Fahrrad durch Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien nach Athen führte. Weiter ging es mit dem Rucksack von Indien aus über Nepal, Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Neuseeland, Australien, Vanuatu und Indonesien.

Rückblick

Ein trüber Tag in Frankfurt im November 2025. Heute Nacht fielen die ersten Schneeflocken. Hinter mir liegt eine Arbeitswoche. Ich blicke etwas wehmütig ein Jahr zurück: Seit drei Monaten bin ich zurück. Zurück von meiner beruflichen Auszeit, in der ich mir den Traum einer großen Reise erfüllt hatte.

Reiseroute

Die Reiseroute von Christian Huber entlang der Adria und bis nach Neuseeland.

Weihnachten in Kathmandu

Vor einem Jahr war in Indien das Lichterfest Diwali, Weihnachten habe ich in Kathmandu/Nepal gefeiert, Silvester in Bangkok/Thailand, Bundestagswahl in Phnom Penh/Kambodscha, Rosenmontag in Georgetown/Malaysia, Ostern auf der Banks Peninsula/Neuseeland und im Juni habe ich am Uluru/Australien gefroren. Das alles erscheint unwirklich weit weg an diesem trüben Tag in der Vorweihnachtszeit. An einem ebenso trüben Novembertag 2023 begann die Planung konkret zu werden.

Nicht die ganze Route vorab geplant

Die grobe Richtung und die ungefähren Länder hatte ich vor der Reise im Kopf. Aber ich habe bewusst nicht die ganze Route vorab geplant, sondern wollte unterwegs flexibel sein. Nur Athen als Ziel der Bikepacking-Tour und Mumbai/Indien als Startpunkt der Rucksack-Reise standen fest. Natürlich steigen in der Vorbereitungszeit einer einjährigen Reise Vorfreunde und Spannung, speziell beim Wühlen in Reise-Videos. Aber je näher der Start rückte, desto mehr Zeit verbrachte ich mit administrativen Themen.

Reisegepäck  Bahnhof in Indien

Das Gepäck von Christian Huber für ein Jahr. Unten: Bahnhof in Indien. 

Die richtigen Prioritäten gesetzt

Nachdem der Termin konkret und die Pause mit dem Arbeitgeber geklärt waren, gab es eine lange Liste organisatorischer Punkte. Unerlässlich sind Impfungen, Arzt-Besuche, Langzeit-Auslands-Krankenversicherung, Kreditkarten, Ersatz-Handy, Vorsorge für den Notfall (z.B. Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts), Visum für das erste Land. Ich brauchte Lösungen für Wohnung, Auto, Post etc., wo mir gute Freunde während der Abwesenheit den Rücken freihielten. Bei der Packliste für maximal ca. 25 kg Gepäck galt es, die richtigen Prioritäten zu setzen. Bisweilen kam die Küchenwaage zum Einsatz und fast hätte ich T-Shirts gegen Ersatz-Akkus abgewogen.

4.000km Bikepacking nach Athen

Auf eine richtig lange Bikepacking-Tour hatte ich seit Längerem Lust. Ich lebe schon seit meiner Kindheit in Oberkirch die meisten Wege mit dem Fahrrad zurück und seit der Corona-Pandemie unternahm ich jedes Jahr mehrere Touren in Deutschland oder in die Nachbarländer.

Reiseroute

Die Route von Frankfurt nach Athen entlang der Adria.

Kein einziger Platten

Klar war, dass meine Weltreise mit Fahrrad und Zelt starten sollte und es sollte eine Tour über den Balkan nach Athen werden. Eigentlich eine Tour wie jede andere, nur eben etwas länger. Auch das Gepäck unterschied sich kaum von einer 7-Tages-Reise. Ebenso das Fahrrad: ein Gravelbike aus Alu. Ein wenig mehr Werkzeug und Ersatzteile als sonst packte ich ein. Aber am Ende erreichte ich Athen ohne nennenswerte Pannen: kein einziger Plattfuß! Den Ersatzschlauch habe ich kurz vorm Ziel einem Studenten geschenkt. Nur die Nähte der Packtaschen platzten bei einer Hitze-Etappe.

Christian Huber  Beim Brenner Pass

Der Start in Frankfurt/Main (oben) und Blick auf den Brenner-Pass. 

Es geht los

Anfang August 2024 – die Abschiedsparty war vorbei und der Hochsommer meldete sich zurück – startete ich in Frankfurt. In den nächsten 12 Monaten würde ich nur noch ein mal kurz zuhause sein, um das Fahrrad gegen den Rucksack auszutauschen.

Die ersten Tage fuhr ich lange Etappen Richtung Alpen um diese schließlich am Brenner zu überqueren. Im Zickzack ging es durch Südtirol nach Kärnten, unterwegs wurden noch Freunde besucht. Weiter über Udine immer bergab nach Triest an der Adria. Ab dort orientierte ich mich grob am Fernradweg Eurovelo 8, der entlang der Adria-Küste nach Griechenland führt.

Italien 

Stopp in Triest, Italien (oben) und in Malsenica (Kroatien). 

Wie ging es weiter mit der Weltreise von Christian Huber? Teil 2 am Sonntag im Ortenau Journal!

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