Der aktuelle Stepstone Gehaltsreport 2026 liefert einen detaillierten Überblick darüber, wie viel Menschen in Deutschland verdienen, welche Faktoren das Einkommen beeinflussen und wo die größten Unterschiede liegen. Grundlage der Studie sind mehr als 1,3 Millionen ausgewertete Vergütungsdaten aus dem Stepstone Gehaltsplaner, die wissenschaftlich analysiert wurden. Betrachtet werden ausschließlich Bruttojahresgehälter von Vollzeitbeschäftigten inklusive variabler Bestandteile wie Boni oder Provisionen. Als zentrale Vergleichsgröße dient dabei das Mediangehalt, das Verzerrungen durch extreme Spitzengehälter vermeidet.
Gender-Pay-Gap sinkt erneut
Demnach liegt das Bruttomediangehalt in Deutschland aktuell bei 53.900 Euro, während der Durchschnittswert mit 59.100 Euro deutlich höher ausfällt. Diese Differenz verweist auf eine ungleiche Verteilung mit einigen sehr hohen Einkommen. Wie hoch das individuelle Gehalt ausfällt, hängt von zahlreichen Faktoren ab: Berufserfahrung, Bildungsabschluss, Unternehmensgröße, Führungsverantwortung, Branche, Region und weiterhin auch vom Geschlecht. Zwar ist der Gender-Pay-Gap erneut gesunken und liegt mit 9,7 Prozent erstmals im einstelligen Bereich, dennoch verdienen Frauen im Median weiterhin deutlich weniger als Männer. Selbst nach Bereinigung struktureller Faktoren bleibt eine Lohnlücke von 4,8 Prozent bestehen.
Berufserfahrung entscheidet
Besonders klar zeigen sich Unterschiede entlang der Berufserfahrung und Hierarchie. Beschäftigte mit mehr als zehn Jahren Erfahrung verdienen im Median rund 59.500 Euro, Berufseinsteigerinnen und -einsteiger dagegen lediglich 46.250 Euro. Auch Führungsverantwortung zahlt sich aus: Führungskräfte kommen auf 62.000 Euro, Beschäftigte ohne Personalverantwortung auf 51.300 Euro. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Unternehmensgröße. Großunternehmen zahlen im Schnitt deutlich besser als kleine Betriebe.

Ärztinnen und Ärzte liegen beim Einkommen an der Spitze. Foto: freepik
Starke regionale Unterschiede
Ein zentrales Ergebnis des Reports sind die weiterhin ausgeprägten regionalen Unterschiede. Hamburg führt das Bundesländer-Ranking mit einem Mediangehalt von 60.000 Euro an, gefolgt von Baden-Württemberg (58.500 Euro) und Hessen (58.250 Euro). Am unteren Ende stehen ostdeutsche Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Insgesamt verdienen Beschäftigte im Westen rund 13 Prozent mehr als im Osten. Dieser Abstand bleibt auch bei Führungspositionen bestehen und lässt sich durch einzelne Karrierefaktoren kaum ausgleichen.
München an der Spitze
Auf Stadtebene liegt laut dem Stepstone Gehaltsreport 2026 München erneut an der Spitze, relativiert wird das hohe Einkommen jedoch durch die hohen Lebenshaltungskosten. Die Analyse macht deutlich, dass ein hohes Gehalt allein nicht automatisch finanzielle Sicherheit bedeutet. Auch die Berufswahl erweist sich als entscheidender Hebel. Ärztinnen und Ärzte führen mit großem Abstand das Ranking an. Sie verdienen im median 105.500 Euro. Dahinter folgen Ingenieurberufe, technische Entwicklung sowie IT- und Managementfunktionen. Deutlich geringer fallen die Einkommen in Verkauf, Handwerk, Büromanagement oder der Lebensmittelproduktion aus.
Bankmanager liegen an der Spitze
Ähnliche Spreizungen zeigen sich zwischen den Branchen. Besonders lukrativ sind das Bankwesen, Luft- und Raumfahrt, Versicherungen und Pharmaindustrie. Niedrige Gehälter dominieren hingegen in Landwirtschaft, Gastronomie, Tourismus und Teilen des Handwerks. Der Report unterstreicht damit die hohe Heterogenität der deutschen Gehaltslandschaft.
Fazit
Transparenz ist ein zentraler Schlüssel für faire und marktgerechte Vergütung. Wer die Einflussfaktoren kennt, kann gezielt Stellschrauben nutzen, um das eigene Einkommen zu verbessern. Gleichzeitig verschafft ein offener Umgang mit Gehältern Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte. Der Gehaltsreport versteht sich damit nicht nur als Bestandsaufnahme, sondern als Orientierungsinstrument für Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen.
Hier geht’s zum Originalartikel von Mandy Rilke auf Stepstone:
„Gehaltsreport 2026: Deutschlands Gehälter im Fokus“
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