Arbeitswelt

Dialog statt Befehl: Warum interaktive Prompts Unternehmen im Alltag kreativer und klarer machen

Gespräch Dialog Mann Frau Büro
© drobotdean/freepik – Interaktive Prompts führen zu dialogbasierten Entscheidungen.
KI ist mehr als ein Tool: Interaktive Prompts machen sie zum Sparringspartner in Projektmanagement, Vertrieb, Training und Coaching. Gaston Geilenkothen beschreibt im Fachblog HRweb.at, wie strukturierte Dialoge mit KI helfen, Perspektiven zu wechseln, Konflikte vorzubereiten und bessere Entscheidungen zu treffen. Wer die Technik beherrscht, gewinnt an Klarheit, kommuniziert wirksamer und nutzt KI als Impulsgeber – ohne die menschliche Empathie und Verantwortung aus den Augen zu verlieren.
Interaktive Prompts für Mehrwert

Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Unternehmen längst mehr als ein praktisches Recherchetool oder ein Generator für Texte. Sie kann zu einem echten Sparringspartner werden, der Mitarbeitende dabei unterstützt, komplexe Situationen durchzuspielen, Perspektiven zu wechseln und Handlungsspielräume klarer zu erkennen. Davon ist Gaston Geilenkothen, Unternehmensberater und Veränderungsbegleiter, überzeugt. In einem Gastbeitrag im Fachblog HRweb.at beschreibt er, wie sogenannte „interaktive Prompts“ neue Möglichkeiten in Projektmanagement, Vertrieb, Training und Coaching eröffnen.

Kritische Rückfragen der KI

Unter interaktiven Prompts versteht Geilenkothen keine einfachen Befehle, die eine Maschine abarbeitet, sondern strukturierte Dialoge. Statt einer einzelnen Frage, die eine isolierte Antwort produziert, entsteht eine Gesprächsdynamik: Man beschreibt eine Situation, formuliert eine erste Frage – und baut auf den Antworten der KI auf. Auf diese Weise entwickelt sich ein Prozess, der an ein Coachinggespräch erinnert. Die KI agiert demnach nicht als besserer Ratgeber, sondern als neutraler Denkpartner, der Szenarien entwirft, Alternativen vorschlägt und den Nutzer mit kritischen Rückfragen konfrontiert.

Frau Mann Projekt  Coaching Gruppe

Interaktive Prompts helfen im Projektmanagement und beim Coaching. Fotos: freepik

Realitätsnahes Trainings

Besonders eindrucksvoll werde dies im Projektmanagement deutlich. Dort ändern sich Ziele, Fristen und Prioritäten häufig kurzfristig, was zu Unsicherheit und Konflikten im Team führen kann. Wer hier interaktive Prompts nutze, kann im Vorfeld heikle Gespräche simulieren: Die KI übernimmt die Rolle eines skeptischen Mitarbeiters, reagiert mit Einwänden oder Emotionen und zwingt Führungskräfte dazu, ihre Wortwahl und Haltung zu überprüfen. So werde ein digitales Gedankenexperiment zu einem realitätsnahen Training, das die Kommunikation im Team verbessern kann.

Verkaufsargumente verfeinern

Auch im Vertrieb zeigt sich laut dem Gastbeitrag auf  HRweb.at das Potenzial. Nicht allein das Produkt entscheidet, sondern die Art, wie Nutzen und Mehrwert vermittelt werden. Mit Hilfe interaktiver Prompts können Verkaufsargumente verfeinert, typische Einwände durchgespielt und zielgruppenspezifische Formulierungen getestet werden. KI könne dabei sowohl als virtueller Kunde auftreten, der kritisch nachfragt, als auch als kreativer Partner, der neue Ansätze für überzeugende Sprache entwickelt.

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KI als virtueller Kunde (oben) für bessere Verkaufsargumente.

Fotos: Alexandra_Koch/pixabay – katemangostar/freepik

KI schafft Freiräume

Für Trainerinnen und Trainer wiederum eröffne KI eine Art Assistentenrolle. Sie hilft, Trainingsinhalte passgenau auf eine Zielgruppe zuzuschneiden, alternative Übungen vorzubereiten oder Feedback systematisch auszuwerten. Wichtig sei, so der Autor, dass die KI nicht als Ersatz gedacht werde, sondern als Ergänzung, die Freiräume schafft und dabei die Wirksamkeit von Lerneinheiten erhöhen kann.

Klarheit über innere Konflikte

Im Coaching bietee die Technologie eine weitere Dimension. Geilenkothen spricht von „Coaching zu dritt“: Coach, Coachee – und die KI als zusätzliche Stimme, die in jede Rolle schlüpfen kann, sei es der kritische Vorgesetzte, der unsichere Kunde oder die wohlwollende Freundin. Durch dieses Rollenspiel entstehen neue Denkanstöße und Klarheit über innere Konflikte. KI ersetze dabei nicht die professionelle Begleitung, sie verstärkt aber die Möglichkeiten, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.

Spiegel für Klarheit und Struktur

Der eigentliche Wert von interaktiven Prompts liegt aus Sicht des Autors nicht in höherer Geschwindigkeit oder automatisiertem Output, sondern in präziserem Denken und Handeln. Wer mit der KI spricht, trainiere seine Fähigkeit, den Kontext klar zu formulieren, gute Fragen zu stellen und die eigene Sprache bewusst einzusetzen. Das Werkzeug werde so zu einem Spiegel für Klarheit und Struktur.

Empathie und Verantwortung beim Menschen

Dennoch bleibt das Wesentliche unverändert: Empathie, Intuition und Verantwortung sind und bleiben zutiefst menschlich, heißt es weiter. KI kann simulieren, inspirieren und strukturieren – doch die letzte Entscheidung liege beim Menschen. Die Herausforderung für Unternehmen bestehe darin, die Chancen klug zu nutzen, ohne die Grenzen aus dem Blick zu verlieren.

ChatGPT/wh

Zum Ausgangsartikel: KI im Dialog: Wie interaktive Prompts Unternehmen klüger machen (HRweb.at)

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